Die künstliche Blutwäsche

Die Dialyse, also ein Blutreinigungsverfahren, wird bei Nierenversagen als Ersatzverfahren angewendet. Die Dialyse ist die wichtigste Nierenersatztherapie bei einem chronischen Nierenversagen, neben der Nierentransplantation. Außerdem ist sie auch eine Behandlungsmöglichkeit bei akutem Nierenversagen.Eigentlich wird unter der Dialyse ein Stoffaustausch über eine Membran verstanden, wobei auf der einen Seite das Blut oder Plasma und auf der anderen Seite der Membran eine Dialyselösung anliegt. Die allererste Blutwäsche weltweit wurde beim Menschen im Jahre 1924 in Gießen durchgeführt. Der Durchbruch aber kam erst im Jahre 1945 in den Niederlanden mit einem Trommeldialysegerät und Zellophan-Schläuchen als Dialysemembranen. Dieses erlaubte eine unter Kontrolle durchgeführte Blutreinigung von definierten Stoffmengen. Aber eine Parallelentwicklung im Jahre 1946, die technisch weitaus überlegener war, erlaubte sogar eine Ausschwemmung von Ödemflüssigkeit der Lunge und dem Gewebe.

Die Verfahren der Dialyse

Es werden zwei Verfahren der Dialyse unterschieden. Einmal die Extrakorporale, also die außerhalb des Körpers erfolgt, und die Nicht-Extrakorporale. Das gebräuchlichste Verfahren ist das extrakorporale Verfahren. Dies ist eine Hämodialyse, denn es werden die Hämodialfiltration und die Hämofiltration angewendet. Die nicht-extrakorporale Durchführung nennt sich Peritonealdialyse. Diese zwei Varianten werden in Deutschland bei chronischem Nierenversagen in einem Verhältnis von 20 zu 1 angewendet. Hämoperfusion zählt ebenfalls zu den extrakorporalen Verfahren. Diese Variante wird bei bestimmten akuten Vergiftungen durchgeführt. Das Apherese-Verfahren gehört ebenfalls dazu. Dieses Verfahren stellt aber kein Nierenersatzverfahren dar, sondern sie wird zur Behandlung anderer Krankheitsbilder wie zum Beispiel Leberersatztherapie eingesetzt. Da die Durchführung der unterschiedlichen Verfahren umfangreiche Kenntnisse der möglichen Nebenwirkungen voraussetzt, werden diese meistens von sogenannten Intensivmedizinern oder Nephrologen durchgeführt.

Ob und wann eine Hämofiltration oder Dialysebehandlung beim Patienten durchgeführt werden soll, kann von verschiedenen Faktoren abhängig sein. Diese können entweder chronischer oder akuter Natur sein.

Akute Indikationen für eine Dialysebehandlung können sein:

– Überwässerung, welche sich in der Regel als Lungenödem mit Atemnot manifestiert
Akutes Nierenversagen beispielsweise nach operativen Eingriffen, nach einem Unfall wegen Trauma oder nach langjähriger chronischer Nierenentzündung
– Akute Vergiftung mit dialysierbaren Stoffen, beispielsweise Acetylsalicylsäure oder Lithium

Mögliche chronische Ursachen können sein:

Nicht beherrschbare Hyperphophatämie oder Urämie, wenn der Harnstoff-N größer als ungefähr 100 mg/dl ist
– Nierenversagen welches symptomatisch ist
– Filtrationsrate welche glomerulär niedrig ist (GFR)

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